Berufung
Um für einen Dienst am Nächsten verfügbar zu sein, verschenken wir in der Profess unser Leben an Gott, von dem wir uns zu solchem Tun gerufen wissen.
- Wir geloben Armut, weil Gott unser Reichtum ist.
- Wir geloben Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen und um ganz frei zu sein zum ungeteilten Dienst für Gott und den Nächsten.
- Wir geloben Gehorsam, weil wir Gott allein gehören und seinen Willen tun wollen.
Berufung ist nichts, was ein Mensch sich selbst sucht. Berufung kann man nicht machen".

Wer sich mit dem Gedanken trägt in eine caritativ tätige Ordensgemeinschaft einzutreten, sollte seinen Blick für die Nöte der Mitmenschen öffnen.
Jesus sagt zu seinen Jüngern:"Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt:" (Joh 15,16)
Jede Schwester hat ihre je eigene Berufungsgeschichte, bei manchen ist es ein langer Weg mit vielen Kämpfen, bei anderen ist das Wissen darum, dass nur dies der Weg ist, der mein Leben zur Erfüllung bringt, wie ein "Blitzeinschlag".
Ordensleben ist nicht Flucht aus der Welt. Wer auf einer solchen Grundlage den Weg in eine Ordensgemeinschaft sucht, dessen Weg ist schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt.
Ordensleute sind Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Denn nur, wer wirklich - standfest - ist, der kann sich den vielfältigen Nöten, denen er begegnet mutig und helfend entgegenstellen.
Damit ein Leben als Ordensschwester gelingen kann, bedarf es der unbedingten Rückbindung an Gott, der allein die Kraftquelle für ein solches Leben ist.
Wer sich auf ein solches Leben einlässt verzichtet auf wertvolle Dinge des Lebens, gewinnt dafür aber geistliche Güter und den Frieden des Herzens.
Und auch das ist eine Verheißung Jesu Christi, deren Wahrheitsgehalt derjenige im Leben erfahren kann, der sich auf das Abenteuer der Nachfolge begibt:
"Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben." (Mk 10,29-30)
