Übergang ins Neujahr

In Ferientagen besuchten wir die Altstadt St. Gallen in der Ostschweiz. Dort steht an der Stelle, wo der hl. Gallus im 7. Jahrhundert ein Kloster gründete, die Stiftskirche. Wir gingen hinein, um in Stille diesen alten und besonderen Kirchraum auf uns wirken zu lassen. Beim Besuch in der Stiftsbibliothek nebenan gelang uns durch ein offenes Fenster dieser Blick auf die beiden Kirchtürme, die mit ihren weit sichtbaren Uhren die Zeit angeben.
Für Menschen vergangener Zeiten war so mit einem Blick auf die Uhr oder im Hören vom Klang des Uhrwerks die aktuelle Zeit erfahrbar, und das aus allen vier Himmelsrichtungen. Wir haben es heute einfach mit der Armbanduhr, die wir tragen und mit noch vielen Arten von Uhren.
Vor und mit Beginn des Neuen Jahres hat die Beobachtung der Zeit in der Silvesternacht große Bedeutung. Im Erwarten von 0.00 Uhr wurde in Sekundenschnelle aus der Vergangenheit die Zukunft. In diesem Rhythmus bewegt sich unser Leben, von der Geburt bis zum Tod, jede Stunde, jeden Tag…
Für uns Christen steht fest, dass wir in diesen Zeiten nicht allein gelassen werden, denn Jesus hat uns die Gewissheit gegeben, als er uns zusagte:
„Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“. (Mt 28,20)
Im Vertrauen darauf können wir durch das Neue Jahr gehen!
Foto: Heidi Bittner | Text: Sr. Ursula Bittner