Die Kirche im Dorf
Wer von Erwitte/Westfalen über die Landstraße Richtung Haarstrang fährt, wird sehr bald in der Ferne einen hohen Kirchturm entdecken. Die weithin sichtbare Spitze des Turmhelms ist, wie ein Orientierungspunkt. Er weist auf das kleine Dorf Berge hin, in dessen Mitte die große Kirche von 1710 steht.

Dass die Menschen von damals diese Kirche erbauten, zeugt von ihrem Glauben, auch in der heutigen Zeit. Das Gebäude und der Turm schaffen eine Verbindung zwischen Himmel und Erde und den Häusern rundum. Dadurch wird man angeregt, die Kirchtür zu öffnen und einzutreten in den liebevoll gestalteten Innenbereich, um dort zu verweilen.
Menschen brauchen Rückzugsorte, Stille und Abstand von der lauten Welt mit ihren Tätigkeiten. In dieser Kirche können sie verweilen, zur Ruhe kommen, nachdenken und beten. Da rund um die Kirche der Dorffriedhof angelegt ist, fühlen sie sich ihren verstorbenen Angehörigen sehr nahe.
Das Wissen um einen kurzen Heimweg schenkt außerdem Gelassenheit und Zeit. Diese ist aus allen vier Himmelsrichtungen hoch oben am Kirchturm abzulesen. Als es vor vielen Jahren noch nicht selbstverständlich war, selbst eine Uhr zu besitzen, war der Blick auf die Turmuhr hilfreich für das Alltagsleben.
Wie schön, dass diese Kirche auch tagsüber geöffnet ist, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Hier eintreten zu können ist wohltuend und wie eine Einladung zum Verweilen und Beten.
Foto: Heidi Bittner | Text: Sr. Ursula Bittner