
Geschenke der Wahrnehmung
Auf einem Feldweg in der Nähe von Bökenförde/Westfalen entdeckt das Auge diese Kapelle hinter einer Mauer. Es macht Freude, die Schattenmalerei von entlaubten Bäumen an der Außenwand zu entdecken. Gleichzeitig wird der Wunsch geweckt dort einzutreten, um Gott in Stille für alles zu danken, was mein Menschsein bereichert.
Wenn wir dich loben, guter Gott,
dann ist es unser großer Dank
für alles, was du uns schenkst
aus deiner großen Schöpfung,
um Leben vielseitig zu gestalten.
Ich lobe dich mit meinen Augen,
die die Welt erkennen lassen,
Nähe und Weite, Formen und Farben.
Ich lobe dich mit meinen Ohren,
die Geräusche, Töne und Stimmen,
Musik und Sprache wahrnehmen.
Ich lobe dich mit meinem Mund,
mit dem die Nahrungsaufnahme,
Sprache und der Gesang gelingen.
Ich lobe dich mit meiner Nase,
die unterschiedliche Gerüche
zuordnen und unterscheiden kann.
Ich lobe dich mit meinen Händen,
die im Greifen, Fühlen, Gestalten
tätig werden für mich und andere.
Ich lobe dich mit meinen Füßen,
die mir alle Wege ermöglichen
durch Häuser, Straßen und Natur.
Ich lobe dich mit den Talenten,
Fähigkeiten und Denkweisen,
mit denen ich Gutes tun kann.
Ich lobe dich mit jedem Atemzug,
mit dem ich alles erleben kann,
was du mir zum Segen schenkst.
Foto: Heidi Bittner | Text: Sr. Ursula Bittner