Weggedanken

Baum an Baum stehen sie, in zwei Reihen geordnet, in einer Linie nebeneinander. Sie haben ihre trockenen Blätter dem Wind überlassen.

Dieses Loslassen schenkt unseren Augen:
- neuen Ausblick auf den Weg,
- Überblick über die Wegführung,
- Weitblick auf ein Ziel hin,
- Aufblick in die Weite des Himmels.

Dieser Weg schenkt im Unterwegssein:
- Sicherheit und Geleit für jeden Schritt,
- Konzentration auf ein Ziel hin,
- Schutz unter dem Dach der ineinander greifenden Äste.

Das Gehen durch die Baumallee ist wie eine Meditation über den eigenen Lebensweg:
- der sicher nicht immer geradeaus ging,
- der uns manches Mal ratlos stehen ließ,
- der uns auf Rückwege und Auswege verleitete,
- der uns Fragen stellte nach dem Ziel und dem Danach.

Beim aufmerksamen Lesen in der Bibel können wir vielen Aussagen über den Weg begegnen. Die für mich schönste und stärkende Aussage steht im Johannes -Evangelium, wo Jesus von sich selbst sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh, 14,6)
Dieses Wort Jesu ist bleibende Einladung zur Nachfolge auf allen Wegen durch das Leben.

Foto: Heidi Bittner
Text: Sr. Ursula Bittner